
Ein hölzernes Kruzifix am Straßenrand in Bayern. / Kredit: AC Wimmer/EWTN Nachrichten
EWTN News, 17. November 2025 / 09:06 Uhr (CNA).
Kirchenbrandanschläge in ganz Europa haben sich 2024 fast verdoppelt, was Teil eines breiteren Anstiegs antichristlicher Hassverbrechen ist, zu dem 274 persönliche Übergriffe auf Christen und die Tötung eines 76-jährigen spanischen Mönchs gehörten, so ein neuer Bericht, der am Montag von der in Wien ansässigen Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa (OIDAC Europe) veröffentlicht wurde.
Der Bericht dokumentiert 2211 antichristliche Hassverbrechen in ganz Europa im Jahr 2024 mit 94 Brandanschlägen auf Kirchen – fast doppelt so viele wie 2023.
Ein offizieller Start des Berichts wird am Dienstag, den 18. November, in der Interfraktionellen Arbeitsgruppe des Europäischen Parlaments für Religions-, Glaubens- und Gewissensfreiheit stattfinden. OIDAC Europe Erstellt den Bericht unter Verwendung offizieller Polizeizahlen, OSZE/BDIMR-Statistiken, und seine eigene Falldokumentation.
Offizielle Zahlen zeigen nicht den vollen Maßstab
Besonders auffällig ist der Anstieg von Brandanschlägen: Insgesamt 94 Brandanschläge richteten sich gegen Kirchen und andere christliche Stätten – ein Drittel davon in Deutschland.
Frankreich, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Spanien und Österreich verzeichneten insgesamt die höchste Zahl antichristlicher Vorfälle. Während die meisten Angriffe auf Kultstätten gerichtet waren, verzeichnete OIDAC Europe im Jahr 2024 274 persönliche Angriffe auf Christen, darunter Angriffe und Drohungen.
Zu den Ergebnissen des Berichts gehören mehrere schwere Fälle, darunter die Tötung eines 76-jährigen Mönchs in Spanien im November 2024 und die Beinahezerstörung einer historischen Kirche in Saint-Omer, Frankreich, durch einen Brand im September 2024.

Exekutivdirektorin Anja Tang betonte, dass die Zahlen „sehr konkrete Akte von kirchlichem Vandalismus, Brandstiftung und körperlichen Übergriffen darstellen, die die lokalen Gemeinschaften zutiefst betreffen“, und warnte davor, dass die offiziellen Statistiken das Ausmaß des Problems immer noch unterschätzen.
Neue Umfragen aus Polen und Spanien zeigen, dass fast die Hälfte der Priester auf Aggressionen gestoßen ist. Die überwiegende Mehrheit meldet diese Vorfälle jedoch nie der Polizei.
„Wenn die Hälfte der katholischen Geistlichen in einem Land mit katholischer Mehrheit Aggressionen erfährt, kann Feindseligkeit gegenüber Christen nicht mehr als marginales Problem behandelt werden“, sagte Tang.
Christen in ganz Europa unter sozialem Druck
Über physische Angriffe hinaus dokumentiert der Bericht den wachsenden rechtlichen und sozialen Druck auf Christen in ganz Europa zwischen 2024 und 2025.
Beispiele hierfür sind die Verfolgung von Personen wegen stillem Betens in sogenannten „Pufferzonen„in der Nähe von Abtreibungseinrichtungen im Vereinigten Königreich; die laufenden „Hassreden“-Verfahren gegen das finnische Mitglied des Parlaments Päivi Räsänen um die Bibel zu zitieren; und der hochkarätige Beschäftigungsfall des britischen Lehrers Kristie Higgs. Das Berufungsgericht erkannte im Februar 2025 schließlich die christlichen Ansichten von Higgs als rechtlich geschützte Überzeugungen an.
„Diese Muster verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, den Schutz der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Europa zu stärken – einschließlich des Rechts, religiöse Überzeugungen in der Öffentlichkeit ohne Angst vor Repressalien oder Zensur zum Ausdruck zu bringen und zu diskutieren“, sagte Tang.
In ihren Empfehlungen fordert OIDAC Europe ein stärkeres und besser koordiniertes Handeln der Europäischen Union. Dazu gehört auch die Ernennung eines Koordinators der Europäischen Union zur Bekämpfung des antichristlichen Hasses, ähnlich den bestehenden Mandaten zu Antisemitismus und antimuslimischem Hass.
Die Organisation fordert die Regierungen ferner nachdrücklich auf, den neuen Leitfaden der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) „Verständnis antichristlicher Hassverbrechen und Bewältigung der Sicherheitsbedürfnisse christlicher Gemeinschaften“ umzusetzen und die systematische und vergleichbare Erhebung von Daten über Hassverbrechen gegen Christen zu einer zentralen Priorität zu machen.
