Was waren die sieben letzten Worte Jesu Christi am Kreuz?




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    <li>Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz sind kraftvolle Sätze, die seine Liebe und sein Opfer für die Menschheit offenbaren.</li>
    <li>Jeder Ausspruch, der den Evangelien entnommen ist, dient als Wegweiser für die persönliche Reflexion und das geistliche Wachstum im Glauben.</li>
    <li>Die sieben letzten Worte beleuchten Themen wie Vergebung, Erlösung, Beziehung, Verlassenheit, Not, Triumph und Wiedervereinigung.</li>
    <li>Die katholische Kirche nimmt diese Worte in ihre Andachten und Lehren auf und ermutigt zur Meditation während der Karwoche, um den eigenen Glauben zu vertiefen.</li>
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Eine Reise durch die letzten Worte Christi: Hoffnung und Sinn am Kreuz finden

Auf einem Hügel namens Golgota, dem Schädelplatz, verdunkelte sich der Himmel am Mittag, als die Erde bebte.¹ Es war eine Szene von tiefem Leid und öffentlichem Schmerz, wo drei Kreuze sich scharf gegen den Horizont abhoben. Am mittleren Kreuz hing der Erlöser, sein Körper gezeichnet, sein Herz belastet, doch seine Liebe unerschütterlich.¹ Während er um jeden Atemzug rang, mit Nägeln an die Holzbalken geschlagen, hing Jesus nicht schweigend dort.³ In seinen letzten Stunden sprach er.

Diese Äußerungen, die uns als die sieben letzten Worte Jesu Christi bekannt sind, sind ein heiliges Erbe. Sie sind nicht einfach historische Sätze, sondern ein letztes Testament der Liebe eines sterbenden Erlösers.¹ Diese sieben Aussprüche, die aus den vier Evangelien zusammengetragen wurden, sind ein kraftvolles Prisma, durch das wir beginnen können, das Herz des Opfers Jesu und die Tiefe seiner Liebe zur Menschheit zu verstehen.⁴ Diese Reise wird jedes dieser kraftvollen Worte durchschreiten und ihre Bedeutung, ihre Herausforderung und ihr Versprechen für unser heutiges Leben erforschen. Es ist eine Einladung, am Fuße des Kreuzes zu stehen und Trost, Hoffnung und erneuerten Glauben in den Worten Christi zu finden.

Was waren die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz?

Die sieben letzten Worte sind eine geschätzte Andachtstradition, eine „Harmonisierung“ der letzten Aussprüche Jesu, die in den Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aufgezeichnet sind.⁴ Kein einzelner Evangelienbericht enthält alle sieben Aussprüche. Stattdessen werden sie sorgfältig aus den vier Erzählungen zusammengefügt, um uns ein vollständigeres Bild vom Herzen Christi in seinen letzten, qualvollen Stunden zu geben.⁴

Diese Sammlung ist mehr als eine einfache Liste; sie ist ein bewusstes theologisches und geistliches Werkzeug. Die Praxis, über diese sieben Aussprüche als Ganzes zu meditieren, begann im 17. Jahrhundert und wurde von einem Jesuitenpriester in Peru entwickelt, um den Gläubigen zu helfen, tiefer in das Geheimnis der Passion einzutauchen.⁷ Der Akt, diese Worte aus verschiedenen biblischen Berichten zusammenzustellen und sie in einer traditionellen Reihenfolge anzuordnen, schafft eine geistliche Erzählung. Dieser Bogen führt das Herz von der anfänglichen Bitte um Vergebung bis zur endgültigen, friedvollen Hingabe in die Hände des Vaters. Die Zahl Sieben selbst hat eine tiefe biblische Bedeutung, die oft für Vollkommenheit und Abschluss steht, was darauf hindeutet, dass wir in diesen Worten den Abschluss von Christi irdischem Werk und die Vollendung seiner Liebe finden.⁸

Die sieben Aussprüche sind traditionell in der folgenden Reihenfolge für Andachtsgottesdienste wie die Tre Ore, oder die „Drei-Stunden-Agonie“, am Karfreitag angeordnet.⁴

Das Wort (Traditionelles Thema) Der Ausspruch Biblische Quelle(n)
1. Das Wort der Vergebung „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Lukas 23,34
2. Das Wort der Erlösung „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Lukas 23,43
3. Das Wort der Beziehung „Frau, siehe, dein Sohn! ... Siehe, deine Mutter!“ Johannes 19,26–27
4. Das Wort der Verlassenheit „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Matthäus 27,46; Markus 15,34
5. Das Wort der Not „Mich dürstet.“ Johannes 19,28
6. Das Wort des Triumphs „Es ist vollbracht.“ Johannes 19,30
7. Das Wort der Wiedervereinigung „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Lukas 23,46

Wie können diese letzten Worte unsere Glaubensreise leiten?

Jeder dieser sieben Aussprüche ist eine Quelle geistlicher Wahrheit, die Führung, Trost und eine kraftvolle Herausforderung für alle bietet, die Christus nachfolgen. Indem wir innehalten, um über jeden einzelnen nachzudenken, können wir dem Herzen unseres Erlösers näher kommen.

Wie fordert das Wort der Vergebung unsere Herzen heraus?

Als römische Soldaten mit Hämmern und Nägeln den Sohn Gottes an einen Holzbalken schlugen und um seine Kleidung würfelten, sprach Jesus sein erstes Wort vom Kreuz.¹⁰ Mitten in ihrer Grausamkeit betete er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“.¹⁰ Dies ist das „Wort der Vergebung“, ein Moment, in dem Jesus sein eigenes Gebot, „liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“, vollkommen lebte.¹⁰ Es war die Erfüllung der Prophezeiung in Jesaja, dass der Messias „für die Übertreter eintreten“ würde.¹²

Dieses Gebet ist eine kraftvolle Herausforderung für unsere eigenen Herzen. Es ruft uns dazu auf, über die Taten derer hinauszublicken, die uns verletzen, und ihre Menschlichkeit zu sehen, genau wie Jesus es tat.⁵ Es regt uns dazu an, über die Menschen in unserem eigenen Leben nachzudenken, die unsere Vergebung brauchen, damit unsere Herzen vom Gift des Grolls befreit werden können.¹³

Einige Reflexionen konzentrieren sich auf die Idee, dass die Soldaten „nicht wussten, was sie taten“, und deuten ihre Unwissenheit als Grundlage für Jesu Bitte.¹⁰ Doch ein tieferes Verständnis offenbart eine radikalere Wahrheit. Ein Priester, der über das Leid in seiner eigenen Gemeinde in Sierra Leone nachdachte, bemerkte, dass Jesus nicht versuchte, die Unschuld seiner Henker festzustellen. Vielmehr „stellte er seine unendliche Liebe und Barmherzigkeit für diese Menschen fest“.¹⁴ Diese Perspektive trennt den Akt der Vergebung vom Bewusstsein oder der Schuld des Täters. Jesu Gebet basiert nicht auf mildernden Umständen, sondern auf dem Wesen Gottes selbst, das bedingungslose Liebe ist. Dies verwandelt das erste Wort von einer auf Unwissenheit basierenden Bitte in eine kraftvolle Erklärung göttlicher Barmherzigkeit, die wir nachahmen sollen, koste es, was es wolle.

Welches Versprechen hält das Wort der Erlösung für die reuige Seele bereit?

Jesus wurde zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt, ein Detail, das in den Evangelien aufgezeichnet wurde, um die Schande seines Todes zu zeigen.¹⁰ Einer der Männer schleuderte Beleidigungen gegen ihn, aber der andere, in der Tradition als der heilige Dismas bekannt, erkannte die Wahrheit. Er verteidigte Jesu Unschuld und richtete eine einfache, glaubensvolle Bitte an ihn: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst“.³ Diesem Mann bot Jesus das „Wort der Erlösung“ an und versprach: „Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein“.¹⁰

Dieser Austausch ist eine Quelle unglaublicher Hoffnung für jede Seele. Er zeigt, dass Gottes Barmherzigkeit jedem zur Verfügung steht, der sich ihm mit einem reuigen Herzen zuwendet, egal wie spät im Leben oder wie groß seine Sünden auch sein mögen.¹⁶ Die Geschichte vom guten Schächer sagt uns, dass niemand jemals zu weit weg ist, als dass Gottes Gnade ihn nicht erreichen könnte.¹⁷ Wenn es Hoffnung für diesen Mann gab, einen verurteilten Verbrecher am Rande des Todes, dann gibt es Hoffnung für jeden von uns.¹⁰ Ein einziger, aufrichtiger Moment des Glaubens reicht aus, um die Tore des Himmels zu öffnen.¹²

Was offenbart das Wort der Beziehung über unseren Platz in Gottes Familie?

Während er in Agonie hing, blickte Jesus hinunter und sah seine Mutter Maria, die mit dem „Jünger, den er liebte“, der traditionell als Johannes identifiziert wird, in der Nähe des Kreuzes stand.⁴ In diesem Moment immensen persönlichen Leids galt seine Sorge ihnen. Er sprach das „Wort der Beziehung“, zuerst zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“ und dann zum Jünger: „Siehe, deine Mutter!“.¹⁵ Von jener Stunde an nahm der Jünger Maria zu sich in sein Haus.

Auf menschlicher Ebene offenbart dieser Akt Jesu tiefes Mitgefühl und die Erfüllung seiner Pflicht als Sohn, für die Fürsorge seiner Mutter zu sorgen.⁵ Dennoch hat es eine noch tiefere theologische Bedeutung. In seinem Schmerz baute Jesus Gemeinschaft auf. Er lehrt uns, dass unser gemeinsamer Glaube an ihn eine neue Art von Familie schafft, eine geistliche Familie, die durch eine Liebe verbunden ist, die vom Kreuz ausgeht.¹⁸ Dieses Wort lädt uns ein, die Kirche nicht nur als Institution zu sehen, sondern als unsere Familie, und es ruft uns dazu auf, füreinander als Mütter, Söhne und Töchter in Christus zu sorgen.

Wie können wir Hoffnung in Jesu Schrei der Verlassenheit finden?

Zur neunten Stunde, als eine übernatürliche Finsternis das Land bedeckte, schrie Jesus mit lauter Stimme auf Aramäisch: „Eloi, Eloi, lema sabachthani?“, was übersetzt bedeutet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“.³ Dies ist das „Wort der Verlassenheit“, und es ist vielleicht der eindringlichste und schwierigste der sieben Aussprüche zu begreifen.¹⁶ Es stellt den Moment dar, in dem Jesus in seiner vollen Menschlichkeit die erdrückende Last aller menschlichen Sünden auf sich nahm und die kraftvolle Trennung vom Vater erlebte, die die Sünde schafft.⁵

Aber dieser Schrei ist kein Zeichen von verlorenem Glauben. Es ist die erste Zeile von Psalm 22, einem Psalm, den Jesus auswendig gekannt hätte.¹⁷ Obwohl der Psalm mit einem Gefühl völliger Trostlosigkeit beginnt, verwandelt er sich in ein kraftvolles Gebet des Vertrauens, das in triumphierender Hoffnung und Lobpreis für Gottes Rettung endet.³ Jesus drückte keine Verzweiflung aus; er betete aus der Tiefe seines Leidens heraus. In diesem Schrei legte er das „ultimative Bekenntnis ab: Es gibt einen Gott und Gott wird mich hören“.⁷

Indem er dies tat, baute Jesus eine Brücke der Solidarität zur gesamten Menschheit. Er trat vollständig in unsere schmerzhafteste Erfahrung ein: das Gefühl, völlig allein und von Gott verlassen zu sein. Dieser Akt macht ihn zum vollkommenen Hohepriester, der „mit unseren Schwächen mitfühlen“ kann.²² Seine Qual wird zu unserer Gewissheit.¹⁸ Dieser Schrei heiligt unsere eigenen Momente der Dunkelheit und des Zweifels und erinnert uns daran, dass wir selbst in unserer tiefsten Verzweiflung zu einem Gott schreien können, der versteht, weil er selbst dort gewesen ist.

Was lehrt uns das Wort der Not über unseren eigenen tiefsten Durst?

Im Wissen, dass seine Mission fast vollendet war, und in Erfüllung der Schriften, sprach Jesus das „Wort der Not“: „Mich dürstet“.¹⁰ Auf physischer Ebene sind diese zwei Worte eine karge und kraftvolle Erinnerung an seine wahre Menschlichkeit. Er war kein göttliches Wesen, das nur vorgab zu leiden; er erlebte die reale, qualvolle Pein der Kreuzigung, einschließlich eines brennenden Durstes.⁵

Doch dieser physische Schrei weist auf eine viel tiefere geistliche Realität hin. Derselbe Jesus, der am Brunnen stand und einer samaritanischen Frau „lebendiges Wasser“ anbot, damit sie nie wieder dürsten würde, dürstet nun selbst.³ Dies wird oft als Jesu kraftvoller Durst nach Seelen interpretiert. Es ist ein Schrei, der seine tiefe, göttliche Sehnsucht ausdrückt, dass jeder Mensch seine Liebe kennenlernt und ihn im Gegenzug liebt.³ Dieses Wort vom Kreuz fordert uns auf, in unsere eigenen Herzen zu schauen und zu fragen: Wonach dürstet uns wirklich? Suchen wir Erfüllung in den flüchtigen Dingen dieser Welt, oder dürsten wir nach Gott, dem Einzigen, der die tiefsten Sehnsüchte unserer Seelen wirklich stillen kann?.¹³

Welcher Sieg wurde im Wort des Triumphs verkündet?

Nachdem ihm ein römischer Soldat einen mit saurem Wein getränkten Schwamm angeboten hatte, erklärte Jesus mit Endgültigkeit: „Es ist vollbracht“.¹⁰ Dies ist das „Wort des Triumphs“, ein Schrei nicht der Resignation, sondern des Sieges.³ Das ursprüngliche griechische Wort,

tetelestai, war ein gebräuchlicher Begriff im Handel, der „vollständig bezahlt“ bedeutete.⁵ Mit dieser Erklärung verkündete Jesus, dass die Schuld der Sünde, die die Menschheit schuldete, vollständig beglichen war.¹²

Die Mission, die der Vater ihm aufgetragen hatte – ein vollkommenes Leben zu führen, die Wahrheit zu lehren und sich selbst als das ultimative Opfer für die Sünde darzubringen – war nun vollendet.¹² Das System des Alten Bundes mit Tieropfern, das die Sünde niemals wirklich hinwegnehmen konnte, war nun erfüllt und fand in diesem einen, letzten Opfer des Lammes Gottes sein vollkommenes Ende.⁵ Für uns bedeutet dies, dass das Werk unserer Erlösung vollbracht ist. Wir werden nicht durch unsere eigenen guten Taten oder unser Streben gerettet, sondern dadurch, dass wir das Geschenk seines vollendeten Werkes am Kreuz annehmen.⁹ Der Kampf gegen Sünde und Tod ist gewonnen, und unsere Aufgabe ist es, in der Freiheit zu leben, die er für uns gesichert hat.²⁰

Wie bildet das Wort der Wiedervereinigung unser ultimatives Vertrauen in den Vater ab?

Mit einem letzten, lauten Schrei sprach Jesus seine letzten Worte, bevor er seinen letzten Atemzug tat und seinen Geist übergab. Dies war das „Wort der Wiedervereinigung“: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“.³ Dieses Gebet, ein direktes Zitat aus Psalm 31, ist ein Ausdruck vollkommenen und vollständigen Vertrauens. Es zeigt, dass Jesus sein Leben freiwillig hingab; es wurde ihm nicht gegen seinen Willen genommen.¹² Dieser letzte Akt war ein Akt liebevollen Gehorsams und friedlicher Hingabe an den Vater, dem er so treu gedient hatte.¹⁶

In seinem letzten Atemzug gibt uns Jesus eine kraftvolle Lektion darin, wie wir unserem eigenen Tod begegnen können. Er zeigt uns, dass das Ende unseres irdischen Lebens nichts ist, wovor man sich fürchten muss, sondern eine Gelegenheit, uns vollständig in die liebevollen Hände unseres Himmlischen Vaters zu legen.¹⁷ Dieses letzte Wort weist uns auf unsere eigene freudige Wiedervereinigung mit Gott hin. Es gibt uns die Gewissheit, dass, wenn wir ihm unser Leben lang unseren Geist anvertrauen, er da sein wird, um uns in unserer letzten Stunde zu empfangen.²¹

Wie steht die katholische Kirche zu den sieben letzten Worten?

Die Sieben Letzten Worte sind eine geschätzte und lebendige Tradition innerhalb der katholischen Kirche, die die Grundlage für beliebte Andachten, Predigten und persönliches Gebet bildet, insbesondere während der Fastenzeit und der Karwoche.⁷ Aber der

Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) präsentiert sie nicht als nummerierte Liste. Stattdessen integriert der Katechismus diese kraftvollen Aussprüche meisterhaft in seine breiteren theologischen Lehren über das erlösende Opfer Christi, sein Gebet und seine göttliche Mission. Dieser Ansatz zeigt, dass diese Worte keine isolierten Verse sind, sondern in das Gewebe des Glaubens der Kirche eingewoben sind.

Zum Beispiel greift der Katechismus einige dieser Worte direkt auf, um zentrale Lehren zu erklären. Er zitiert Jesu Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, um zu lehren, wie Christus in Solidarität mit der sündigen Menschheit trat. Der Katechismus erklärt: „In der erlösenden Liebe, die ihn immer mit dem Vater vereinte, nahm er uns im Zustand unserer Sündhaftigkeit an, bis zu dem Punkt, an dem er in unserem Namen vom Kreuz aus sagen konnte...“ (KKK 603).²⁸ Ebenso verknüpft er Jesu Erklärung „Mich dürstet“ und seinen triumphierenden Schrei „Es ist vollbracht“ mit seinem alles verzehrenden Wunsch, den Plan des Vaters der erlösenden Liebe zu erfüllen (KKK 607).²⁸

Ein besonders reicher Aspekt des katholischen Verständnisses ist die zutiefst kirchliche und marianische Interpretation des dritten Wortes. Während viele Jesu Worte „Frau, siehe, dein Sohn“ als einen schönen Akt fürsorglicher Liebe sehen, erkennt die katholische Lehre eine kraftvollere, symbolische Bedeutung. In diesem Moment gibt Jesus seine Mutter, Maria, als Mutter der Kirche, die durch den geliebten Jünger Johannes repräsentiert wird.¹⁷ Die Verwendung des Titels „Frau“ wird als hochbedeutsam angesehen, da sie Maria mit der „Frau“ aus der Genesis verbindet, die dem Schlange den Kopf zertreten würde, und der „mit der Sonne bekleideten Frau“ aus der Offenbarung, was sie als neue Eva etabliert.⁴ Aus dieser Perspektive ist das Kreuz die Geburtsstätte der Kirche, und Maria wird allen Gläubigen als ihre geistliche Mutter gegeben.

Diese Andacht wurde auch maßgeblich durch den großen ehrwürdigen Erzbischof Fulton J. Sheen geprägt. Unglaubliche 58 Jahre in Folge hielt er am Karfreitag eine Predigt über die Sieben Letzten Worte.²⁹ Seine weit verbreiteten Meditationen verbinden jedes Wort mit der Ausübung von Tugend und der Überwindung der Sünde, wodurch diese alte Tradition für Millionen moderner Katholiken zutiefst relevant und zugänglich wird.²⁵

Wie können wir während der Karwoche über diese Worte meditieren?

Die Sieben Letzten Worte sind mehr als nur eine Lektüre; sie sind eine Einladung zum Gebet und zur tiefen persönlichen Reflexion. Die Kirche bietet wunderschöne Traditionen an, um den Gläubigen zu helfen, in dieses Geheimnis einzutauchen.

Die Tre-Ore-Andacht: Warten am Fuße des Kreuzes

Eine der kraftvollsten dieser Traditionen ist die Tre Ore, oder „Drei-Stunden-Agonie“-Andacht. Dieser Gottesdienst findet normalerweise am Karfreitag von mittags bis 15:00 Uhr statt, genau in den Stunden, in denen die Evangelien berichten, dass Jesus am Kreuz hing, während Finsternis über das Land kam.³⁰ Die Andacht wurde erstmals von einem Jesuitenpriester, Pater Alonso Messia, im Peru des 17. Jahrhunderts entwickelt und hat sich seitdem in der ganzen christlichen Welt verbreitet.⁷

Der Gottesdienst ist als „liturgischer Marathon“ strukturiert, eine Zeit des geduldigen Wachens am Fuße des Kreuzes.³³ Er ist um die Sieben Letzten Worte herum aufgebaut, wobei jedes „Wort“ aus der Heiligen Schrift gelesen wird, gefolgt von einer Predigt oder Reflexion, einer musikalischen Antwort wie einem Lied und Zeiten des stillen, kontemplativen Gebets.²³

Die dreistündige Dauer ist nicht willkürlich; es ist eine bewusste liturgische Entscheidung, die den Gottesdienst von einer rein intellektuellen Übung in eine körperliche verwandelt. Die Teilnehmer sind aufgefordert, auszuharren, zu warten und zu wachen, genau wie Maria und Johannes es taten. Dieser physische Akt des Verweilens im Gebet über eine längere Zeit fördert ein tiefes Gefühl der Solidarität mit Christus in seinem Leiden. Es geht über das bloße Hören von seinem Leiden hinaus, hin zur Teilnahme, wenn auch nur in geringem Maße, am Wachen und Warten. Die Erfahrung der Zeit selbst wird zu einem zentralen Teil des Gebets, was es den Gläubigen ermöglicht, auf eine einzigartig kraftvolle Weise in das Geheimnis der Kreuzigung einzutauchen.

Ein Leitfaden zur persönlichen Reflexion: Das Kreuz ins Herz schließen

Für diejenigen, die nicht an einem formellen Gottesdienst teilnehmen können, bieten die Sieben Letzten Worte einen perfekten Leitfaden für das persönliche Gebet. Man kann sich während der Karwoche eine stille Zeit nehmen, entweder indem man jeden Tag über ein Wort meditiert oder über alle sieben in einer einzigen Sitzung nachdenkt.²⁷ Die folgenden Impulse, die aus pastoralen Reflexionen stammen, können helfen, das persönliche Gebet und das Führen eines Tagebuchs zu leiten.

  • Vergebung: Gibt es Menschen in Ihrem Leben, denen Sie Vergebung anbieten müssen? Können Sie für diejenigen beten, die Sie verletzt haben, und Gott bitten, Ihr Herz von Groll zu befreien?.¹⁰
  • Erlösung: Wie sehen Sie Ihre Beziehung zu Jesus? Sehen Sie ihn als eine ferne Figur oder als einen engen Freund?.¹³ 

    Können Sie mit dem guten Schächer beten: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst“?.¹⁷

  • Beziehung: Wer sind die „Marias“ und „Johannes“ in Ihrem Leben? Wie ruft Sie Ihr Glaube dazu auf, Teil einer geistlichen Familie zu sein?.¹³
  • Verlassenheit: Wann haben Sie sich allein oder verlassen gefühlt? Können Sie aus diesem Ort des Schmerzes zu Gott schreien, im Vertrauen darauf, dass er Sie versteht und hört?.¹³
  • Not: Wonach dürsten Sie in Ihrem Leben wirklich? Wie können Sie sich Jesus, dem Lebendigen Wasser, zuwenden, um diesen tiefen geistlichen Durst zu stillen?.¹³
  • Triumph: Was bedeutet es für Sie, dass der Preis für Ihre Sünde „vollständig bezahlt“ wurde? Wie können Sie erfüllter in dem Sieg leben, den Christus bereits für Sie errungen hat?
  • Wiedervereinigung: Können Sie mit Jesus beten: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ und Ihr ganzes Leben – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – in seine liebevolle Obhut legen?.¹⁷

Fazit: Ein Leben führen, das durch das Kreuz verwandelt wurde

Die Sieben Letzten Worte vom Kreuz weben eine wunderschöne Geschichte göttlicher Wahrheit zusammen. Sie offenbaren eine Liebe, die bedingungslose Vergebung anbietet, eine Barmherzigkeit, die den Gebrochensten Erlösung verspricht, und ein Mitgefühl, das selbst inmitten des Leidens eine neue Familie aufbaut. Sie zeigen uns einen Gott, der in unsere tiefsten Gefühle der Verlassenheit eintritt, der unseren Durst versteht, der einen endgültigen Sieg über die Sünde verkündet und der uns den Frieden des totalen Vertrauens in den Vater vorlebt.

Diese Worte wurden nicht nur für diejenigen gesprochen, die vor zweitausend Jahren auf Golgatha standen; sie hallen durch die Ewigkeit und sprechen direkt in die Freuden und Kämpfe unseres heutigen Lebens hinein.¹ Das Kreuz, wie es durch diese Worte gesehen wird, ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist der notwendige und schmerzhafte Weg, der zur herrlichen Freude des leeren Grabes und zum neuen Leben der Auferstehung führt.³ Indem wir über diese letzten Worte meditieren und sie in unsere Herzen einsinken lassen, können wir lernen, tiefer zu lieben, freier zu vergeben und vollständiger auf den Erlöser zu vertrauen, der all das für uns ertragen hat, damit wir für immer mit ihm leben können.⁷



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