Was bedeutet „Viele werden genannt, wenige werden ausgewählt“ in der Bibel?
Im Matthäus-Evangelium begegnen wir den tiefen und herausfordernden Worten unseres Herrn: „Viele werden gerufen, aber wenige werden auserwählt“ (Matthäus 22:14). Dieser Satz schließt das Gleichnis vom Hochzeitsfest ab, ein Gleichnis, das uns einlädt, tief über unsere Antwort auf die großzügige Einladung Gottes zum Himmelreich nachzudenken.
Im Gleichnis bereitet ein König ein Hochzeitsmahl für seinen Sohn vor und schickt seine Diener, um die Gäste einzuladen. Anfangs weigern sich die Eingeladenen zu kommen, manche misshandeln und töten sogar die Diener. Der König richtet dann die Einladung an alle, die seine Diener finden können, sowohl gute als auch schlechte, die den Bankettsaal füllen. Als der König jedoch hereinkommt, um die Gäste zu sehen, findet er einen Mann, der keine Hochzeitskleidung trägt, und befiehlt ihm, in die Dunkelheit hinausgeworfen zu werden.
Dieses Gleichnis lehrt uns einige wichtige Lektionen:
- Gottes universelle Einladung:Die Einladung des Königs stellt Gottes Aufruf an die gesamte Menschheit dar, in das Himmelreich einzutreten. Dieser Aufruf richtet sich ausnahmslos an alle und zeigt die grenzenlose Großzügigkeit der Liebe und Barmherzigkeit Gottes.
- Menschliche Reaktion:Die vielfältigen Antworten auf die Einladung des Königs veranschaulichen, wie die Menschen auf Gottes Ruf reagieren. Einige ignorieren es, andere lehnen es völlig ab, während einige es akzeptieren, aber nicht ernst nehmen.
- Bereitschaft und Vorbereitung:Die Hochzeitskleider symbolisieren die Gerechtigkeit und das neue Leben, das wir als Nachfolger Christi annehmen sollen. Der Mann ohne Hochzeitskleider stellt diejenigen dar, die dem Ruf Gottes entsprechen, sich aber nicht angemessen vorbereiten, indem sie nach Gottes Willen leben.
- Göttliches Urteil:Die Inspektion der Gäste durch den König und die Vertreibung des unvorbereiteten Gastes erinnern uns daran, dass der Eintritt in das Himmelreich mehr erfordert als nur eine anfängliche positive Reaktion; Es erfordert ein Leben, das durch Gnade verwandelt und den Lehren Christi verpflichtet ist.
Der Satz „Viele werden gerufen, aber nur wenige werden auserwählt“ unterstreicht die Realität, dass Gottes Ruf zwar auf alle ausgeweitet wird, dass aber die Auserwählung eine uneingeschränkte Antwort und eine echte Transformation erfordert. Es ist ein Aufruf, unseren Glauben mit Integrität, Demut und Liebe auszuleben und zu erkennen, dass unsere Teilnahme am göttlichen Bankett sowohl ein Geschenk als auch eine Verantwortung ist.
Wenn wir über diese Worte Jesu nachdenken, wollen wir uns fragen, wie wir auf den Ruf Gottes reagieren. Bereiten wir uns mit den „Hochzeitskleidern“ der Gerechtigkeit und Heiligkeit vor? Leben wir unseren Glauben in einer Weise aus, die unser Engagement für Christus und seine Lehren widerspiegelt? Lassen Sie uns die Einladung mit Freude und Ernst annehmen, da wir wissen, dass wir durch die Gnade Gottes zu den Auserwählten gehören können.
Zusammenfassung:
- Der Satz schließt das Gleichnis vom Hochzeitsfest (Matthäus 22:14).
- Es stellt den universellen Aufruf Gottes an die gesamte Menschheit dar, in das Himmelreich einzutreten.
- Die vielfältigen Antworten unterstreichen die Bedeutung von Bereitschaft und echter Transformation.
- Es betont, unseren Glauben mit Integrität, Demut und Liebe zu leben.
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Wie interpretieren Theologen den Satz „Viele werden genannt, wenige werden ausgewählt“?
Die Formulierung „Viele werden genannt, aber nur wenige werden ausgewählt“ hat zu tiefgreifenden Überlegungen und unterschiedlichen Interpretationen unter Theologen geführt. Diese Erforschung hilft uns, das Zusammenspiel zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Antwort auf dem Weg des Glaubens zu verstehen.
1. Göttliche Souveränität und Gnade:
Einige Theologen, insbesondere aus der reformierten Tradition, betonen die Souveränität und Gnade Gottes. Sie legen nahe, dass der Ruf Gottes zur Erlösung zwar auf viele ausgeweitet wird, aber nur wenige nach seinem göttlichen Willen ausgewählt werden. Diese Sichtweise unterstreicht das Geheimnis der Gnade Gottes und die Realität, dass unser Heil letztlich ein Geschenk Gottes ist und nicht etwas, das wir verdienen können.
2. Menschlicher freier Wille und Verantwortung:
Andere Theologen betonen die Rolle des freien Willens und der Verantwortung des Menschen. Sie argumentieren, dass Gottes Ruf wirklich universell ist und dass die Wahl davon abhängt, wie der Einzelne auf diesen Ruf reagiert. Diese Auslegung unterstreicht die Notwendigkeit der Umkehr, des Glaubens und der Verpflichtung, nach den Geboten Gottes zu leben. Es ruft uns dazu auf, aktiv an unserer Erlösung durch unsere Entscheidungen und Handlungen teilzunehmen.
3. Die Kirche und die Sakramente:
In der katholischen Theologie wird der Ausdruck oft im Kontext der Kirche und der Sakramente verstanden. Die Kirche lehrt, dass durch die Sakramente, insbesondere die Taufe, alle berufen sind, Teil des Leibes Christi zu sein. Auserwählt zu sein, bedeutet jedoch eine tiefere Verpflichtung, die empfangene sakramentale Gnade zu leben. Es geht um ständige Bekehrung und Treue zu den Lehren der Kirche.
4. Kontinuierliche Bekehrung und Heiligkeit:
Zeitgenössische Theologen betonen oft die Notwendigkeit kontinuierlicher Bekehrung und Heiligkeit. Sie sehen den Ausdruck als einen Aufruf zur kontinuierlichen Transformation, bei der die Wahl kein einmaliges Ereignis ist, sondern eine lebenslange Reise, um Gott näher zu kommen. Diese Perspektive stimmt mit den Lehren von Papst Franziskus überein, der häufig über die Bedeutung eines dynamischen und lebendigen Glaubens spricht, der sich durch Barmherzigkeit, Mitgefühl und ein Engagement für die Gerechtigkeit auszeichnet.
In all diesen Interpretationen entsteht ein roter Faden: die Aufforderung, der Einladung Gottes mit einem aufrichtigen und verwandelten Herzen zu entsprechen. Es erinnert uns daran, dass die Gnade Gottes zwar freiwillig gegeben wird, dass aber unsere Antwort auf diese Gnade eine Antwort des aktiven Glaubens und des Engagements sein muss.
Wenn wir über diesen Satz nachdenken, denken wir daran, wie wir unseren Ruf leben, Jünger Christi zu sein. Nehmen wir die Gnade Gottes an und erlauben wir ihr, unser Leben zu verändern? Sind wir auf dem Weg der kontinuierlichen Bekehrung und Heiligkeit verpflichtet? Lasst uns versuchen, zu denen zu gehören, die nicht nur berufen, sondern auch auserwählt sind und unseren Glauben mit Integrität und Liebe leben.
Zusammenfassung:
- Theologen bieten unterschiedliche Interpretationen an und betonen die göttliche Gnade und die menschliche Reaktion.
- Einige heben die Souveränität Gottes und das Geheimnis der Gnade hervor.
- Andere konzentrieren sich auf den freien Willen des Menschen und die Notwendigkeit von Reue und Glauben.
- Zeitgenössische Ansichten betonen kontinuierliche Bekehrung und Heiligkeit.
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Was bedeutet es, nach der Bibel „genannt“ zu werden?
In der Bibel bedeutet „Berufung“ eine Einladung Gottes, eine Beziehung zu ihm einzugehen und an seiner göttlichen Sendung teilzunehmen. Dieses Konzept ist in der gesamten Schrift reichlich verwoben und hebt sowohl die Universalität der Berufung Gottes als auch die persönliche Antwort hervor, die sie erfordert.
1. Universeller Aufruf zur Erlösung:
Die Bibel offenbart, dass Gottes Ruf zur Erlösung auf die gesamte Menschheit ausgeweitet wird. Im Alten Testament sprachen die Propheten oft von Gottes Ruf an Sein Volk und forderten sie auf, zu Ihm zurückzukehren und gemäß Seinem Bund zu leben. Jesaja 55,1-3, zum Beispiel, ist eine schöne Einladung von Gott zu kommen und seine Segnungen frei zu empfangen. Im Neuen Testament erweitert Jesus diesen Ruf durch seine Lehren und Gleichnisse und betont, dass das Himmelreich für alle offen ist, die mit Glauben antworten.
2. Persönlicher Aufruf zur Jüngerschaft:
Auch genannt zu werden hat eine persönliche Dimension. Der Ruf Jesu an seine Jünger ist ein Paradebeispiel dafür. Als Jesus Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes rief, lud er sie ein, ihr früheres Leben zu verlassen und ihm zu folgen (Matthäus 4,18-22). Dieser Aufruf zur Nachfolge war nicht nur eine Einladung, einer Reihe von Lehren zu folgen, sondern eine persönliche Beziehung zu Jesus einzugehen, von ihm zu lernen und sich durch seine Liebe verwandeln zu lassen.
3. Aufruf zur Heiligkeit und Mission:
Der Ruf Gottes beinhaltet eine Einladung zur Heiligkeit und zur Teilnahme an seiner Mission. In den Briefen spricht Paulus häufig davon, zur Heiligkeit berufen zu sein. In 1. Thessalonicher 4:7 schreibt Paulus beispielsweise: „Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligkeit.“ Dieser Ruf zur Heiligkeit ist ein Ruf, in einer Weise zu leben, die des Reiches Gottes würdig ist und seine Liebe und Gnade in unserem Leben widerspiegelt.
4. Aufruf zum Dienst und zur Liebe:
Berufen zu sein bedeutet auch, eingeladen zu sein, anderen zu dienen und die Liebe Christi auszuleben. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37) zeigt Jesus, dass unser Ruf darin besteht, unsere Nächsten wie uns selbst zu lieben und mit Mitgefühl und Barmherzigkeit zu handeln. Dieser Aufruf zum Dienst ist ein wesentlicher Aspekt des christlichen Lebens, da wir dazu berufen sind, Werkzeuge der Liebe Gottes in der Welt zu sein.
Im Wesentlichen bedeutet „Berufung“ im biblischen Sinne, eine Einladung von Gott zu erhalten, die Erlösung, Jüngerschaft, Heiligkeit und Dienst umfasst. Es ist ein Aufruf, eine transformative Beziehung zu Gott einzugehen und an seinem erlösenden Werk in der Welt teilzunehmen.
Wenn wir über unseren eigenen Ruf nachdenken, sollten wir darüber nachdenken, wie wir auf die Einladung Gottes reagieren. Nehmen wir die Fülle dieses Rufes in unserem Leben an, streben danach, in Heiligkeit zu leben und anderen mit Liebe zu dienen? Bemühen wir uns, mit offenem Herzen auf den Ruf Gottes zu antworten, damit seine Gnade uns verwandeln und uns in seiner Sendung leiten kann.
Zusammenfassung:
- „Berufen“ bedeutet die Einladung Gottes zu einer Beziehung und zu seiner Sendung.
- Es beinhaltet einen universellen Ruf zur Erlösung und einen persönlichen Ruf zur Jüngerschaft.
- Es geht um einen Aufruf zur Heiligkeit, der die Liebe und Gnade Gottes widerspiegelt.
- Es umfasst einen Aufruf, anderen zu dienen und die Liebe Christi zu leben.
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Was bedeutet es, nach der Bibel „auserwählt“ zu sein?
In der Bibel „ausgewählt“ zu sein, bezieht sich darauf, von Gott für einen bestimmten Zweck, eine bestimmte Mission oder eine bestimmte Beziehung ausgewählt zu werden. Dieses Konzept ist in Gottes Souveränität und Gnade verwurzelt und hat erhebliche Auswirkungen auf die Auserwählten.
1. Ausgewählt von Grace:
In der gesamten Heiligen Schrift ist der Gedanke, auserwählt zu werden, eng mit der Gnade Gottes verbunden. Im Alten Testament wird Israel nicht wegen seiner eigenen Verdienste, sondern wegen der Liebe und Verheißung Gottes als das auserwählte Volk Gottes bezeichnet (Deuteronomium 7:6-8). Diese Wahl durch Gnade ist ein grundlegendes Thema und betont, dass die Wahl Gottes ein Akt der göttlichen Liebe und Gunst ist.
2. Ausgewählt für Mission:
Auserwählt zu sein, bedeutet oft, für eine bestimmte Mission oder einen bestimmten Zweck getrennt zu sein. Im Neuen Testament wurden die Apostel von Jesus auserwählt, seine engsten Nachfolger zu sein und seine Mission zu erfüllen (Johannes 15,16). Diese Wahl beinhaltete einen Aufruf, Zeugnis abzulegen, das Evangelium zu predigen und anderen im Namen zu dienen.
von Christus. Die Auserwählten sind nicht nur Empfänger der Gunst Gottes, sondern auch Teilnehmer an Seinem Erlösungsplan.
3. Auserwählt für Heiligkeit:
Der zu wählende Ruf schließt einen Ruf zur Heiligkeit und Heiligung ein. Paulus schreibt an die Epheser: „Er hat uns vor Grundlegung der Welt in ihm erwählt, damit wir vor ihm heilig und tadellos seien“ (Epheser 1,4). In diesem Vers wird hervorgehoben, dass die Auserwählung eine Verwandlung in das Gleichnis Christi beinhaltet, ein Leben zu führen, das die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes widerspiegelt.
4. Ausgewählt für die Gemeinschaft:
Auserwählt zu sein, stellt auch Individuen in eine Gemeinschaft von Gläubigen. Petrus schreibt: „Ihr aber seid eine auserwählte Rasse, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zu seinem eigenen Besitz“ (1. Petrus 2,9). Dieser kollektive Aspekt der Auserwählung unterstreicht, dass Gottes Auserwählung den Einzelnen in eine gemeinschaftliche Identität mit dem gemeinsamen Ziel bringt, Sein Lob zu verkünden und Seine Königreichswerte zu leben.
5. Ausgewählt inmitten von Herausforderungen:
Die biblische Erzählung zeigt auch, dass die Auserwähltheit einen nicht von Prüfungen und Herausforderungen befreit. Joseph, von Gott erwählt, um seine Familie und viele andere zu retten, erlitt großes Leid, bevor er seinen Vorsatz erfüllte (1. Mose 37-50). In ähnlicher Weise sahen sich die Apostel Verfolgung und Märtyrertod gegenüber. Die Wahl beinhaltet oft einen Weg, der sowohl von göttlichem Zweck als auch von menschlicher Not geprägt ist.
Auserwählt zu werden, ist daher eine tiefe und demütigende Erfahrung. Es ist ein Aufruf, die Gnade Gottes anzunehmen, an seiner Sendung teilzunehmen, nach Heiligkeit zu streben, einer Glaubensgemeinschaft beizutreten und die Herausforderungen, die sich aus dieser göttlichen Selektion ergeben, treu zu ertragen.
Wenn wir darüber nachdenken, was es bedeutet, gewählt zu werden, lassen Sie uns überlegen, wie wir diese Berufung in unserem eigenen Leben leben. Umarmen wir die Gnade, die Mission, die Heiligkeit, die Gemeinschaft und die Beharrlichkeit, die das Auserwählte mit sich bringt? Versuchen wir, als das auserwählte Volk Gottes zu leben, das seinem Ziel treu bleibt und durch seine Liebe verwandelt wird.
Zusammenfassung:
- Auserwählt zu sein bedeutet, von Gott für einen bestimmten Zweck oder eine bestimmte Beziehung ausgewählt zu werden.
- Es ist ein Akt göttlicher Gnade, der nicht auf menschlichem Verdienst beruht.
- Es beinhaltet einen Aufruf zur Mission, zur Heiligkeit und zur Teilnahme am Erlösungsplan Gottes.
- Es stellt Einzelpersonen in eine Gemeinschaft von Gläubigen und beinhaltet oft dauerhafte Herausforderungen.
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In welchem Zusammenhang steht das Konzept des „Auserwähltseins“ mit Gottes Gnade und Erlösung?
Der Begriff „auserwählt“ ist eng mit den Themen der Gnade und des Heils Gottes verflochten und offenbart die tiefe Tiefe der Liebe und Barmherzigkeit Gottes. Es unterstreicht die dynamische Beziehung zwischen göttlicher Initiative und menschlicher Antwort auf dem Weg des Glaubens.
1. Grace als Stiftung:
Das Herz des Auserwählten ist die unverdiente Gnade Gottes. Epheser 2,8-9 erinnert uns daran: "Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet worden. Und das ist nicht dein eigenes Tun; Es ist die Gabe Gottes und nicht das Ergebnis von Werken, damit sich niemand rühmen kann.“ Diese Gnade ist das Fundament, auf dem unsere Auserwähltheit aufgebaut ist. Es ist Gottes Initiative, Sein liebevoller Ruf an uns, der uns in eine Beziehung zu Ihm zieht. Wir werden nicht wegen unserer Verdienste erwählt, sondern wegen seiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit.
2. Erlösung als Geschenk:
Die Erlösung wird in der Bibel als Geschenk dargestellt, das aus der Gnade Gottes stammt. Von Gott erwählt zu sein bedeutet, eingeladen zu sein, dieses Geschenk der Erlösung zu empfangen. In Römer 8,29-30 wird von Gottes vorherbestimmtem Werk gesprochen: „Denen, von denen er wusste, dass er auch vorherbestimmt war, sich dem Bild seines Sohnes anzupassen ... und denen, die er vorherbestimmt hatte, hat er auch berufen, und denen, die er nannte, hat er auch gerecht gemacht, und denen, die er gerechtfertigt hat, hat er auch verherrlicht.“ Dieser Abschnitt zeigt die nahtlose Verbindung zwischen dem Auserwählten und dem Heilsprozess, der in der Verherrlichung mit Christus gipfelt.
3. Transformation durch Gnade:
Auserwählt zu sein bedeutet eine Transformation, die durch die Gnade Gottes ermöglicht wird. In 2. Korinther 5,17 schreibt Paulus: "Wenn also jemand in Christus ist, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, das Neue ist gekommen.“ Diese Transformation ist sowohl ein Privileg als auch eine Verantwortung. Als auserwähltes Volk sind wir aufgerufen, ein Leben zu führen, das die Gnade widerspiegelt, die wir empfangen haben und die Liebe, das Mitgefühl und die Heiligkeit Gottes verkörpert.
4. Ein Aufruf zur Mission:
Unsere Auserwähltheit beinhaltet auch einen Aufruf zur Mission. So wie Jesus die Apostel auserwählt hat, sein Werk auf Erden auszuführen, so sind auch wir auserwählt, seine Hände und Füße in der Welt zu sein. Matthäus 28:19-20, die Große Kommission, erweitert diese Mission auf alle Gläubigen: „Geht daher hin und macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie ... lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Auserwählt zu sein bedeutet, aktiv an Gottes erlösender Mission teilzunehmen.
5. Sicherheit und Hoffnung:
Das Konzept der Auserwähltheit gibt den Gläubigen Sicherheit und Hoffnung. Zu wissen, dass wir von Gott erwählt, geliebt und von ihm berufen sind, gibt uns Vertrauen in unsere Erlösung. Es beruhigt uns seiner ständigen Gegenwart und seiner Verpflichtung, sein Werk in uns zur Vollendung zu bringen (Philipper 1,6).
Wenn wir über die Beziehung zwischen Auserwähltsein, Gottes Gnade und Erlösung nachdenken, lasst uns von Dankbarkeit und einem erneuerten Engagement erfüllt sein, unsere Berufung mit Treue und Freude zu leben. Lasst uns das Geschenk des Heils in Demut annehmen und der Gnade Gottes erlauben, uns zu verwandeln, und uns in unserer Mission leiten, seine Liebe mit der Welt zu teilen.
Zusammenfassung:
- Auserwählt zu sein, ist in der unverdienten Gnade Gottes verwurzelt.
- Die Erlösung ist ein Geschenk, das aus der Gnade Gottes und unserer Auserwähltheit entspringt.
- Transformation durch Gnade ist ein Schlüsselaspekt der Wahl.
- Auserwählt zu sein beinhaltet einen Aufruf zur Mission und gibt Sicherheit und Hoffnung.
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Was sind einige häufige Missverständnisse über Matthäus 22:14?
Die Formulierung „Viele werden genannt, aber nur wenige werden ausgewählt“ (Matthäus 22:14) führt oft zu verschiedenen Missverständnissen, die ihre wahre Bedeutung verschleiern können. Diese Missverständnisse können sich aus kulturellen, theologischen und persönlichen Interpretationen ergeben, die nicht mit dem breiteren biblischen Kontext oder den Absichten der Lehre Jesu in Einklang stehen.
1. Göttlicher Favorit:
Ein häufiges Missverständnis ist, dass der Satz göttliche Bevorzugung nahelegt, wo Gott willkürlich einige Individuen zur Erlösung auswählt, während er andere ausschließt. Diese Auslegung kann zu dem Glauben führen, dass die Liebe und Einladung Gottes begrenzt sind. Das Gleichnis vom Hochzeitsfest, in dem dieser Satz auftaucht, veranschaulicht jedoch den umfassenden Ruf Gottes an die gesamte Menschheit. Die Einladung des Königs richtet sich an alle und symbolisiert den Wunsch Gottes, dass alle Teil seines Königreichs sein sollen. Die Unterscheidung zwischen den Berufenen und den Auserwählten unterstreicht die menschliche Verantwortung, der Einladung Gottes zu entsprechen.
2. Prädestination ohne menschliche Agentur:
Ein weiteres Missverständnis ist, dass der Ausdruck eine deterministische Sicht der Prädestination unterstützt, bei der der freie Wille des Menschen keine Rolle bei der Erlösung spielt. Einige könnten „wenige werden ausgewählt“ so interpretieren, dass nur eine vorherbestimmte Gruppe gespeichert wird, unabhängig von ihren Handlungen oder Entscheidungen. Die Parabel betont jedoch die Bedeutung individueller Reaktion und Bereitschaft. Der Mann ohne Hochzeitskleider, der hinausgeworfen wird, repräsentiert diejenigen, die ihren Glauben nicht authentisch und verantwortungsvoll ausleben.
3. Oberflächliche Akzeptanz:
Ein weiteres Missverständnis ist die Vorstellung, dass die bloße Annahme der Einladung ausreicht, um ausgewählt zu werden. Diese Sichtweise übersieht die Notwendigkeit einer echten und transformativen Annahme des Rufes Gottes. Das Hochzeitskleid im Gleichnis symbolisiert die Gerechtigkeit und das neue Leben, das die Gläubigen annehmen müssen. Ausgewählt zu werden bedeutet mehr als nur eine Erstakzeptanz; Es erfordert anhaltendes Engagement und ein Leben, das die Werte des Himmelreiches widerspiegelt.
4. Exklusivität des Aufrufs:
Einige glauben, dass der anruf selbst exklusiv ist, auf eine bestimmte gruppe oder ausgewählte personen beschränkt ist. Das Gleichnis unterstreicht jedoch den universellen Charakter der Berufung Gottes. Die Einladung wird auf „gut und schlecht“ ausgedehnt, was darauf hindeutet, dass jeder eingeladen ist, am Reich Gottes teilzunehmen. Die Herausforderung liegt darin, wie Individuen auf diesen Ruf reagieren, ob sie sich angemessen vorbereiten, um Teil des göttlichen Banketts zu sein.
5. Fehlinterpretation der Bereitschaft:
Schließlich gibt es ein Missverständnis darüber, was es bedeutet, vorbereitet oder würdig der Einladung zu sein. Einige könnten die Hochzeitskleidung wörtlich interpretieren und die symbolische Bedeutung vermissen. Das Hochzeitskleid stellt ein durch die Gnade Gottes verwandeltes Leben dar, das von Rechtschaffenheit und Gehorsam geprägt ist. Es geht nicht um äußere Erscheinungen, sondern um die innere Transformation und die Verpflichtung, nach Gottes Willen zu leben.
Das Verständnis dieser Missverständnisse hilft uns, die wahre Botschaft Jesu in Matthäus 22:14 zu verstehen. Es ruft uns zu einer aufrichtigen und von ganzem Herzen getragenen Antwort auf die universelle Einladung Gottes auf und betont die Notwendigkeit eines Lebens, das seine Gnade und Gerechtigkeit widerspiegelt.
Zusammenfassung:
- Das Missverständnis der göttlichen Bevorzugung übersieht den universellen Ruf Gottes.
- Prädestination ohne menschliche Handlungsfähigkeit ignoriert die Bedeutung der individuellen Reaktion.
- Oberflächliche Akzeptanz vernachlässigt die Notwendigkeit von kontinuierlichem Engagement und Transformation.
- Der Glaube an die Exklusivität des Anrufs missachtet die universelle Einladung.
- Die wörtliche Interpretation der Bereitschaft verfehlt die symbolische Bedeutung von Rechtschaffenheit und innerer Transformation.
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Wie interpretieren verschiedene christliche Konfessionen den Satz „Viele werden genannt, wenige werden ausgewählt“?
Christliche Konfessionen bieten unterschiedliche Interpretationen von „Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt“, die ihren theologischen Rahmen und ihr Verständnis von Erlösung, Gnade und menschlicher Verantwortung widerspiegeln.
1. Römisch-katholische Interpretation:
Die katholische Kirche lehrt, dass Gottes Ruf zum Heil zwar universell ist, dass die Wahl jedoch eine persönliche Antwort auf die Gnade Gottes beinhaltet, die oft durch die Sakramente vermittelt wird. Katholiken glauben, dass durch die Taufe Einzelpersonen in die christliche Gemeinschaft eingeweiht werden und heiligmachende Gnade erhalten. In einem Zustand der Gnade zu bleiben, erfordert jedoch eine kontinuierliche Bekehrung und das Festhalten an den Lehren der Kirche. Der Satz betont die Notwendigkeit, ein Leben der Heiligkeit zu führen und am sakramentalen Leben der Kirche teilzunehmen.
2. Östlich-orthodoxe Interpretation:
Die orthodoxe Kirche teilt Ähnlichkeiten mit dem Katholizismus und betont die Synergie zwischen der göttlichen Gnade und dem freien Willen des Menschen. Die Orthodoxie lehrt, dass der Ruf Gottes auf alle ausgeweitet wird, aber die Auserwählung beinhaltet einen kontinuierlichen Prozess der Theose oder durch die Zusammenarbeit mit Seiner Gnade mehr wie Gott zu werden. Dieser Prozess wird durch das sakramentale Leben, Gebet und asketische Praktiken erleichtert. Der Satz unterstreicht die Bedeutung spiritueller Wachsamkeit und des Strebens nach Heiligkeit.
3. Protestantische Interpretationen:
Innerhalb des Protestantismus unterscheiden sich die Interpretationen erheblich:
- Reformierte Tradition (Kalvinismus):Calvinisten interpretieren den Ausdruck durch die Doktrin der Prädestination, wo Gott in seiner Souveränität die Auserwählten für die Erlösung gewählt hat. Diese Entscheidung beruht nicht auf dem menschlichen Verdienst, sondern allein auf dem Willen Gottes. Der Ruf zur Erlösung wird breit gestreut, aber nur die Auserwählten reagieren positiv und werden letztendlich gerettet.
- Die arminische Tradition:Arminianer betonen den freien Willen des Menschen und die universelle Tragweite der Berufung Gottes. Sie glauben, dass, während Gott jeden zur Erlösung ruft, der Einzelne frei wählen muss, diesen Ruf anzunehmen. Die Wahl hängt von der Antwort auf die Gnade Gottes ab, wobei die Rolle der menschlichen Verantwortung im Heilsprozess hervorgehoben wird.
- Evangelische und baptistische Traditionen:Diese Traditionen betonen oft die persönliche Bekehrung und eine Entscheidung für Christus. Sie lehren, dass viele durch die Verkündigung des Evangeliums berufen werden, aber die Wahl beinhaltet die Entscheidung eines Individuums, Jesus als Erlöser und Herrn anzunehmen. Diese Annahme führt zu einem verwandelten Leben und aktiver Jüngerschaft.
4. Anglikanische Interpretation:
Die anglikanische Tradition bietet eine ausgewogene Sichtweise, die sowohl die Souveränität Gottes als auch die menschliche Verantwortung anerkennt. Anglikaner behaupten, dass Gott alle Menschen zur Erlösung ruft, aber Einzelpersonen müssen durch Glauben und Gehorsam reagieren. Der Satz unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Jüngerschaft und die Notwendigkeit eines Lebens, das das Engagement des eigenen Glaubens widerspiegelt.
Alle diese Auslegungen unterstreichen die Bedeutung einer aufrichtigen und engagierten Antwort auf den Ruf Gottes. Der Ausdruck „Viele werden gerufen, aber nur wenige werden auserwählt“ fordert die Gläubigen auf, ihren eigenen Glaubensweg zu prüfen und sicherzustellen, dass sie im Einklang mit dem Willen Gottes leben.
Zusammenfassung:
- Römisch-katholische und östlich-orthodoxe Traditionen betonen Synergie zwischen Gnade und freiem Willen und erfordern eine kontinuierliche Bekehrung.
- Die reformierte Tradition konzentriert sich auf die Prädestination, wobei Gott die Auserwählten wählt.
- Die arminische Tradition hebt den universellen Ruf und den freien Willen des Menschen hervor.
- Evangelische und baptistische Traditionen betonen die persönliche Bekehrung und Entscheidung für Christus.
- Die anglikanische Tradition bringt die Souveränität Gottes und die menschliche Verantwortung in Einklang.
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Was sagen Kirchenväter über die Bedeutung von Matthäus 22:14?
Der heilige Johannes Chrysostomus erinnert uns in seinen Predigten über Matthäus daran, dass dieses Sprichwort am Ende des Gleichnisses vom Hochzeitsfest steht. Er erklärt, dass sich die „vielen“, die gerufen werden, auf alle beziehen, die eingeladen sind, am Reich Gottes teilzunehmen, während die „wenigen“, die ausgewählt werden, diejenigen sind, die dieser Einladung von ganzem Herzen folgen (Chrysostomus, 2004). Chrysostomus betont, dass Gottes Ruf an alle geht, aber nicht alle ihn annehmen oder seinen Forderungen gerecht werden. Er schreibt: „Denn die Berufung war Gnade; Wozu bestraft er dann? Denn auch nach der Berufung und einer so großen Ehre setzten sie das Böse fort.“ (Chrysostomus, 2004)
Der heilige Augustinus sieht in seinen Überlegungen zu Prädestination und Gnade in diesem Vers eine Erinnerung an die geheimnisvolle Erwählung Gottes. Er lehrt, dass, während der Ruf des Evangeliums an viele geht, es Gott ist, der letztendlich einige für die Erlösung auswählt und prädestiniert (Augustinus, 2002). Augustinus achtet jedoch darauf, die menschliche Verantwortung zu bekräftigen, indem er schreibt, dass diejenigen, die nicht auserwählt sind, „gegen den Willen Gottes zugrunde gehen, von denen nicht gesagt werden kann, dass Gott den Tod gebracht hat“ (Augustinus, 2002).
Origenes bietet eine interessante Perspektive, die darauf hindeutet, dass es unterschiedliche Ebenen gibt, „angerufen“ und „ausgewählt“ zu werden. Er schreibt, dass man „angerufen werden kann, um ein Apostel zu sein“, aber nicht unbedingt „ausgewählt, um ein Apostel zu sein“, am Beispiel von Judas (Augustinus, 1968). Dies erinnert uns an den fortwährenden Charakter unserer Antwort auf Gottes Ruf.
Die Kirchenväter betonen konsequent sowohl den universellen Gnadenruf Gottes als auch die Notwendigkeit einer menschlichen Antwort. Sie warnen vor Vermutungen und erinnern uns daran, dass die „Berufung“ durch die Taufe oder die Mitgliedschaft in der Kirche keine Garantie für das endgültige Heil ist. Wie der heilige Kyrill von Alexandria es ausdrückt: „Nicht alle Israeliten gehören wirklich zu Israel – vielmehr werden die Kinder der Verheißung als Nachkommen gerechnet“ (Jerome, 2010).
In all dem, liebe Freunde, sehen wir eine Spannung zwischen Gottes souveräner Entscheidung und dem freien Willen des Menschen. Die Väter lösen dieses Geheimnis nicht vollständig, aber sie rufen uns auf, auf die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen, großzügig auf seinen Ruf zu antworten und im Glauben zu beharren. Seien wir dankbar für den Ruf Gottes in unserem Leben und bemühen wir uns, durch unsere treue Antwort auf seine Gnade zu den „Auserwählten“ zu gehören.
Wie versöhnen biblische Gelehrte das Konzept „Viele werden berufen, wenige werden ausgewählt“ mit der Idee der universellen Liebe Gottes und dem Wunsch, dass alle gerettet werden?
Erstens müssen wir ohne zu zögern bekräftigen, dass Gott wirklich die Erlösung aller Menschen wünscht. Wie der heilige Paulus an Timotheus schreibt, wünscht Gott, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (1 Tim 2,4). Dieser universelle Heilswille Gottes ist eine grundlegende Wahrheit unseres Glaubens (Placher, 2015). Die Herausforderung besteht darin, zu verstehen, wie sich dies auf die Worte Jesu über die „wenigen“ Auserwählten bezieht.
Viele Gelehrte betonen, dass das Gleichnis vom Hochzeitsfest, das mit diesem Sprichwort endet, nicht die Anzahl der geretteten versus verdammten Personen angeben soll. Vielmehr wird hervorgehoben, wie wichtig es ist, auf die Einladung Gottes zu antworten und danach zu leben (Chrysostomus, 2004). Die „Auserwählten“ sind diejenigen, die den Ruf nicht nur hören, sondern auch danach handeln und sich in das Gewand der Gerechtigkeit kleiden (Chrysostomus, 2004).
Einige Theologen, wie Karl Barth, haben vorgeschlagen, dass in Christus jeder auserwählt wurde, ob sie es wissen oder nicht. Diese Ansicht steht jedoch vor biblischen und logischen Herausforderungen (Bray, 2014). Es ist wichtig, sowohl das universelle Heilsangebot Gottes als auch die menschliche Freiheit, es anzunehmen oder abzulehnen, aufrechtzuerhalten.
Andere Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Begriffe „Berufung“ und „Wahl“ in der Heiligen Schrift komplex sind. Es gibt verschiedene Ebenen der Berufung und Auswahl, von der allgemeinen Berufung, die an alle geht, über die spezifischen Berufungen der Individuen bis hin zur endgültigen Auswahl derer, die im Glauben beharrlich sind (Augustinus, 1968; Chrysostomus, 2004). Dieses vielschichtige Verständnis kann uns helfen zu erkennen, dass Gottes Ruf in der Tat universell ist, auch wenn nicht alle auf die gleiche Weise reagieren.
Wir müssen auch den pastoralen Kontext der Lehre Jesu berücksichtigen. Seine Worte über die „wenigen“ Auserwählten könnten dazu dienen, Selbstzufriedenheit in Frage zu stellen und ernsthaftes Streben im spirituellen Leben zu fördern, anstatt eine endgültige Aussage über die Anzahl der Erretteten zu treffen (Chrysostomus, 2004).
Letztendlich, liebe Freunde, müssen wir die Wahrheit der universellen Liebe Gottes und die Realität der menschlichen Freiheit in Spannung halten. Gottes Gnade wird allen angeboten, aber sie setzt unseren freien Willen nicht außer Kraft. Wie der Katechismus lehrt: „Für Gott sind alle Augenblicke der Zeit in ihrer Unmittelbarkeit gegenwärtig. Wenn er daher seinen ewigen Plan der „Vorherbestimmung“ aufstellt, nimmt er darin die freie Antwort jedes Menschen auf seine Gnade auf“ (CCC 600).
Vertrauen wir auf die Weite der Barmherzigkeit Gottes und nehmen wir gleichzeitig unsere Verantwortung ernst, auf seinen Ruf zu antworten. Mögen wir so leben, dass wir andere ermutigen, die Einladung Gottes zur Erlösung anzuerkennen und anzunehmen. Und denken wir immer daran, dass das endgültige Gericht allein Gott gehört, dessen Liebe und Weisheit unser Verständnis bei weitem übersteigt.
Welche Rolle spielt der freie Wille bei dem Konzept, „bezeichnet“ und „auserwählt“ zu werden?
Erstens müssen wir bekräftigen, dass der freie Wille ein kostbares Geschenk Gottes ist, ein wesentlicher Bestandteil dessen, was es bedeutet, nach seinem Ebenbild geschaffen zu werden. Der Katechismus erinnert uns daran, dass „Freiheit die in Vernunft und Willen verwurzelte Macht [ist], zu handeln oder nicht zu handeln, dies oder jenes zu tun und so auf eigene Verantwortung vorsätzliche Handlungen vorzunehmen“ (CCC 1731) (McBrien, 1994, n.d.). Diese Freiheit ist grundlegend für unsere Würde als menschliche Person und für unsere Fähigkeit, Gott und den Nächsten zu lieben.
Da der freie Wille „genannt“ und „ausgewählt“ wird, spielt er eine entscheidende Rolle. Gottes Ruf geht an alle – er ist universell und bedingungslos. Wie wir im Gleichnis vom Hochzeitsfest sehen, wird die Einladung weit ausgedehnt (Bray, 2014; Placher, 2015). Aber unser freier Wille kommt ins Spiel, wie wir auf diesen Ruf reagieren. Nehmen wir die Einladung an? Ziehen wir das Hochzeitskleid an? Leben wir nach den Forderungen des Evangeliums?
Die Kirchenväter erkannten in ihrer Weisheit dieses Wechselspiel zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit. Der heilige Augustinus, der tief über diese Dinge nachdachte, bestand darauf, dass die Gnade Gottes zwar für das Heil notwendig ist, aber unseren freien Willen nicht außer Kraft setzt. Er schrieb: „Wer dich ohne dich geschaffen hat, wird dich nicht ohne dich rechtfertigen“ (Parsons, 2014). Unsere Zusammenarbeit mit Grace ist unabdingbar.
Gleichzeitig müssen wir darauf achten, nicht in den Irrtum des Pelagianismus zu verfallen, der die menschlichen Fähigkeiten auf Kosten der göttlichen Gnade überbetont. Unser freier Wille wurde durch die Sünde geschwächt, und wir brauchen ständig die Gnade Gottes, das Gute zu wählen (Placher, 2015). Paulus erinnert uns daran: „Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl um zu wollen als auch um zu seinem Wohlgefallen zu wirken“ (Philipper 2,13).
„Ausgewählt“ im biblischen Sinne zu sein, bedeutet nicht, dass Gott einige willkürlich auswählt und andere ablehnt. Vielmehr bezieht er sich auf diejenigen, die durch Gottes Gnade und ihre eigene freie Antwort im Glauben und in der Liebe beharren (Bray, 2014). Unser freier Wille spielt in diesem Prozess der Heiligung eine Rolle, da wir uns ständig dafür entscheiden, mit der Gnade Gottes in unserem Leben zusammenzuarbeiten.
Liebe Freunde, lasst uns daran denken, dass unsere Freiheit ihren vollsten Ausdruck nicht darin findet, zu tun, was wir wollen, sondern in der freien Entscheidung, Gott zu lieben und seinem Willen zu folgen. Wie der heilige Augustinus es schön ausdrückte, ist wahre Freiheit nicht die Fähigkeit zu sündigen, sondern die gesegnete Unfähigkeit zur Sünde, die dadurch entsteht, dass wir so fest in der Liebe Gottes verwurzelt sind, dass wir uns nicht mehr von ihm abwenden wollen (History Of The Christian Church Complete Eight Volumes In One, n.d.).
Lasst uns in unserem täglichen Leben unseren freien Willen ausüben, großzügig auf Gottes Ruf zu antworten. Lasst uns immer wieder wählen, das Hochzeitskleid der Gerechtigkeit anzuziehen, nach dem Evangelium zu leben und Gott und den Nächsten zu lieben. Und lassen Sie uns dies in Demut tun, immer im Bewusstsein unserer Notwendigkeit der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.
Möge uns der Heilige Geist dabei leiten, unsere Freiheit gut zu nutzen, damit wir in Christus sowohl „berufen“ als auch „auserwählt“ werden können, zur Ehre Gottes, des Vaters. Amen.
