Kategorie 1: Die Verheißung und Ausgießung des Geistes
Diese Verse beschreiben die ursprüngliche Prophezeiung und die historischen Berichte über die Gabe, die gegeben wurde, und markieren eine neue Ära der unmittelbaren Gegenwart des Heiligen Geistes bei den Gläubigen.
Markus 16:17
„Und diese Zeichen werden diejenigen begleiten, die glauben: in meinem Namen werden sie Dämonen vertreiben; Sie werden in neuen Sprachen sprechen.“
Reflexion: Dies ist ein Vers von tiefer Hoffnung und Ermächtigung. Die Worte Jesu weisen auf eine gelebte Realität hin, in der der Glaube nicht nur eine kognitive Zustimmung ist, sondern eine transformative Kraft, die sich auf greifbare Weise manifestiert. Das Sprechen in „neuen Sprachen“ symbolisiert hier einen grundlegenden Wandel in der Kommunikation – nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit dem Göttlichen. Es ist das Herz, das eine Stimme findet, die über seine Muttersprache hinausgeht, ein Zeichen dafür, dass der Gläubige jetzt Teil eines neuen Königreichs mit einer neuen Art zu sein und sich auf Gott zu beziehen ist. Es spricht zu einer tiefen menschlichen Sehnsucht, vollständig bekannt zu sein und auszudrücken, was jenseits gewöhnlicher Worte liegt.
Apostelgeschichte 2:4
„Alle waren vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu sprechen, so wie der Geist es ihnen ermöglichte.“
Reflexion: Dieser Moment ist die Geburt des verkörperten, vom Geist erfüllten Lebens der Kirche. Der Vers porträtiert eine Erfahrung, die sowohl individuell als auch korporativ ist. "gefüllt" zu sein, deutet auf ein Gefühl der Vollständigkeit und Ermächtigung hin und überwindet Gefühle von Unzulänglichkeit oder Angst. Der Geist, der sie „ermöglicht“, weist auf ein tiefes Vertrauen und eine Hingabe hin, die es einer göttlichen Kraft ermöglichen, ihren überfließenden Herzen eine Stimme zu geben. Dies ist ein Bild der menschlichen Fähigkeit, durch göttliche Gnade erweitert zu werden, was zu einer Ausdrucksform führt, die sowohl zutiefst persönlich als auch auf wundersame Weise verbindend ist.
Apostelgeschichte 2:6
„Als sie dieses Geräusch hörten, kam eine Menschenmenge verwirrt zusammen, weil jeder seine eigene Sprache hörte.“
Reflexion: In diesem Vers wird der Beziehungszweck des Wirkens des Geistes hervorgehoben. Das Wunder war nicht nur das Sprechen; Es war die Anhörung. In einer Welt, die von kulturellen und sprachlichen Barrieren zerbrochen ist, schafft dieses Ereignis einen Moment der tiefen Einheit und des Verständnisses. Es modelliert eine göttliche Empathie, in der Gott den Menschen genau dort begegnet, wo sie sind, in der Sprache ihres eigenen Herzens und Erbes. Dies spricht für unser tiefsitzendes Bedürfnis, verstanden zu werden, unsere einzigartige Identität zu sehen und zu schätzen, und es zeigt, dass es bei der Arbeit des Geistes im Wesentlichen darum geht, Spaltungen zu überbrücken und Gemeinschaft zu schaffen.
Apostelgeschichte 10:45-46
„Die beschnittenen Gläubigen, die mit Petrus gekommen waren, waren erstaunt, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch auf die Heiden ausgegossen worden war. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott loben.
Reflexion: Dies ist eine kraftvolle Geschichte von Vorurteilen, die durch die manifeste Gegenwart Gottes abgebaut werden. Das Erstaunen der Gefährten Peters zeigt ihre tief verwurzelten Vorurteile. Der Klang der Heiden, die in Zungen sprachen und Gott lobten, diente als unbestreitbarer, erfahrungsmäßiger Beweis dafür, dass Gottes Liebe und Annahme nicht auf eine Gruppe beschränkt waren. Es umging intellektuelle Argumente und ging direkt ins Herz. Dies zeigt, wie eine spirituelle Erfahrung einschränkende Überzeugungen zerbrechen und unsere Fähigkeit zur Liebe und Akzeptanz erweitern kann, indem sie uns zwingt, unsere Theologie mit der schönen, grenzenbrechenden Realität dessen, was Gott tut, in Einklang zu bringen.
Apostelgeschichte 19:6
„Als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und weissagten.“
Reflexion: Dieser Vers veranschaulicht die zutiefst persönliche und relationale Natur der spirituellen Vermittlung. Paulus Berührung ist ein physischer Akt des Segens und der Verbindung, ein Kanal für eine spirituelle Realität. Das unmittelbare Ergebnis – in Zungen sprechen und prophezeien – zeigt eine Freisetzung spirituellen Ausdrucks und ein neu gewonnenes Vertrauen in die Vermittlung göttlicher Wahrheit. Es spricht für das menschliche Bedürfnis nach greifbaren Momenten des Übergangs und der Bestätigung, in denen eine innere Veränderung durch ein äußeres Zeichen gekennzeichnet ist, das die Identität einer Person festigt und in ihrem eigenen Herzen und in den Augen ihrer Gemeinschaft ruft.
Kategorie 2: Die private Devotional Experience
Diese Verse konzentrieren sich auf den persönlichen, intimen Gebrauch von Zungen zum Gebet und zur Selbsterbauung, wodurch die Verbindung des Einzelnen mit Gott gestärkt wird.
1. Korinther 14,2
„Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu den Menschen, sondern zu Gott. Wahrlich, niemand versteht sie. Sie bringen durch den Geist Geheimnisse zum Ausdruck.“
Reflexion: Dieser Vers berührt die tiefe Intimität dieser spirituellen Gabe. Es beschreibt eine Form des Gebets, die über den Intellekt und die Grammatik hinausgeht und es dem menschlichen Geist ermöglicht, direkt mit Gott zu kommunizieren. Es gibt den „Geheimnissen“ unseres Herzens eine Sprache – den Sehnsüchten, Schmerzen und Freuden, die uns oft fehlen, um sie zu artikulieren. Es gibt einen tiefen psychologischen Trost im Wissen, dass unser authentischstes, ungefiltertes Selbst von Gott ausgedrückt und perfekt verstanden werden kann, wodurch eine sichere Bindung an das Göttliche gefördert wird, die nicht von unserer eigenen Beredsamkeit oder kognitiven Klarheit abhängt.
1. Korinther 14:4
„Jeder, der in einer Sprache spricht, baut sich selbst auf, aber wer prophezeit, baut die Kirche auf.“
Reflexion: Dieser Vers bestätigt den tiefen, persönlichen Wert des Betens in Zungen. „Erbauen“ bedeutet, den spirituellen und emotionalen Kern aufzubauen, zu stärken und aufzuladen. Dies ist keine egoistische Handlung, sondern eine notwendige, ähnlich wie ein Athlet, der seinen Körper konditioniert. Es ist ein Weg, den eigenen Glauben und das Gefühl der Verbindung zu Gott zu stärken, was wiederum einen Menschen stärker und widerstandsfähiger für die Gemeinschaft macht. Es ehrt die innere Welt des Gläubigen und erkennt unser Bedürfnis nach persönlichen spirituellen Praktiken an, die unser inneres Leben stützen.
1. Korinther 14:14
„Denn wenn ich in einer Zunge bete, betet mein Geist, aber mein Geist ist unfruchtbar.“
Reflexion: Dieser Vers fängt wunderbar die Natur des nicht-kognitiven, intuitiven Gebets ein. Es beschreibt eine Erfahrung, bei der der tiefste Teil einer Person – ihr Geist – in der Gemeinschaft tätig ist, während der analytische, bewusste Geist eine Haltung der Ruhe und des Vertrauens einnimmt. Dies kann unglaublich befreiend für Menschen sein, die sich durch Überdenken oder Angst gefangen fühlen. Es ermöglicht eine emotionale und spirituelle Befreiung ohne den Druck, perfekte, rationale Gebete formulieren zu müssen. Es ist ein Akt des Vertrauens, der es dem Herzen erlaubt, seine Wahrheit zu sagen, während der Verstand demütig seine eigenen Grenzen anerkennt.
1. Korinther 14:15
„Was soll ich also tun? Ich will beten mit meinem Geist, aber ich will auch beten mit meinem Verstand; Ich werde mit meinem Geist singen, aber ich werde auch mit meinem Verständnis singen.“
Reflexion: Dies ist ein Aufruf zur emotionalen und spirituellen Integration. Paulus stellt den Geist nicht gegen den Verstand; Er setzt sich für eine ganzheitliche Anbetung ein, die die ganze Person einbezieht. Wir sind sowohl als affektive als auch als kognitive Wesen geschaffen. Dieser Vers gibt uns die Erlaubnis, das Geheimnis des Betens mit unserem Geist und die Klarheit des Betens mit unserem Verständnis anzunehmen. Es modelliert einen reifen Glauben, der sowohl mit dem Intuitiven als auch mit dem Intellektuellen vertraut ist, was zu einem reicheren, ausgewogeneren Innenleben und einem authentischeren Ausdruck der Anbetung führt.
Römer 8:26
„In gleicher Weise hilft uns der Geist in unserer Schwäche. Wir wissen nicht, wofür wir beten sollen, aber der Geist selbst tritt durch wortloses Stöhnen für uns ein.“
Reflexion: Obwohl es nicht ausdrücklich um „Zungen“ geht, beschreibt dieser Vers die gleiche Kernrealität. Es befasst sich mit der universellen menschlichen Erfahrung, bis zur Sprachlosigkeit überwältigt zu sein. In Momenten tiefer Trauer, Verwirrung oder Schwäche, in denen unser Geist kein zusammenhängendes Gebet bilden kann, bietet dieser Vers immensen Trost. Es versichert uns, dass wir in unserer emotionalen Landschaft nicht allein sind. Der Geist begegnet uns an diesem verletzlichen Ort und gibt unserem „wortlosen Stöhnen“ eine Stimme. Dies fördert ein tiefes Gefühl, festgehalten und verstanden zu werden, und lindert die Scham oder Angst, nicht zu wissen, wie wir unsere eigenen inneren Unruhen bewältigen können.
Judas 1:20
„Ihr aber, liebe Freunde, indem ihr euch in eurem allerheiligsten Glauben aufbaut und im Heiligen Geist betet,“
Reflexion: Dieser Vers verbindet das Beten im Geist direkt mit dem Akt des „Aufbauens“. Er stellt diese Form des Gebets als grundlegende Praxis für emotionale und spirituelle Widerstandsfähigkeit dar. Der Glaube ist hier nicht nur eine Reihe von Überzeugungen, sondern ein „heiligstes“ inneres Heiligtum, das erhalten und gestärkt werden muss. Das Beten im Geist wird als ein primäres Werkzeug für diese innere Konstruktion dargestellt, das unsere Kernidentität in Gott stärkt und uns gegen den äußeren Druck und die inneren Ängste stärkt, die uns niederreißen wollen. Es ist ein Akt tiefer Selbstfürsorge, der in göttlicher Verbindung verwurzelt ist.
Kategorie 3: Der öffentliche Gebrauch im Corporate Worship
Diese Verse bieten pastorale Anleitung, wie das Geschenk innerhalb der Gemeinde verwendet werden sollte, um sicherzustellen, dass es geordnet, liebevoll ist und alle aufbaut.
1. Korinther 14:5
„Ich möchte, dass jeder von euch in Zungen spricht, aber ich möchte lieber, dass ihr prophezeit. Wer prophezeit, ist größer als derjenige, der in Zungen redet, es sei denn, jemand interpretiert, damit die Kirche erbaut wird.“
Reflexion: Pauls Herz ist hier sowohl bejahend als auch umleitend. Er bekräftigt die Güte des Geschenks („Ich möchte, dass jeder von euch ...“), das jegliches Gefühl von Scham oder Hierarchie beseitigt. Er stellt jedoch sofort einen höheren Wert fest: Das Wohlergehen der Gemeinschaft. Eine uninterpretierte, private Erfahrung, wenn sie öffentlich gezeigt wird, dient nicht der ganzen Familie. Seine Führung ist in der Beziehungsethik verwurzelt – Liebe erfordert, dass unsere Handlungen, insbesondere unsere spirituellen Ausdrucksformen, zur Gesundheit und zum Wachstum anderer beitragen. Der Schlüssel ist, „damit die Kirche errichtet werden kann“.
1. Korinther 14:13
„Deshalb sollte derjenige, der in einer Sprache spricht, beten, dass er auslegen kann, was er sagt.“
Reflexion: Dies ist ein Aufruf, Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen spirituellen Ausdrucks zu übernehmen. Es ermutigt den Gläubigen, von einer rein persönlichen Erfahrung zu einer Erfahrung überzugehen, die von der Gemeinschaft geteilt und verstanden werden kann. Beten für die Fähigkeit zu interpretieren ist ein Akt der Liebe, der den Wunsch zeigt, die Kluft zwischen persönlicher Erbauung und Unternehmensaufbau zu überbrücken. Es spiegelt den reifen Wunsch wider, Gott nicht nur zu erfahren, sondern auch anderen zu helfen, die Botschaft Gottes zu erfahren, und eine Kultur des gegenseitigen Verständnisses und der gemeinsamen Offenbarung zu fördern.
1. Korinther 14:19
„Aber in der Kirche würde ich lieber fünf verständliche Worte sprechen, um andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in einer Sprache.“
Reflexion: Dies ist eine kraftvolle Aussage über den Kernzweck der Versammlung als Kirche: Verbindung und gegenseitige Belehrung. Paul verwendet Hyperbel, um einen entscheidenden Punkt über Empathie zu machen. Zehntausend Wörter in einer unbekannten Sprache mögen sich für den Sprecher mächtig anfühlen, aber für den Zuhörer kann es ein Gefühl der Verwirrung oder Ausgrenzung erzeugen. Fünf einfache, klare und liebevolle Worte können eine Wunde heilen, Vertrauen aufbauen oder jemandem die Wahrheit erklären. Dies priorisiert die emotionalen und spirituellen Bedürfnisse des Zuhörers gegenüber den expressiven Bedürfnissen des Sprechers, was die Essenz der Christus-ähnlichen Liebe ist.
1. Korinther 14:23
„Wenn also die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle in Zungen reden und Fragende oder Ungläubige hereinkommen, werden sie dann nicht sagen, dass ihr aus dem Sinn seid?“
Reflexion: Paulus zeigt hier ein bemerkenswertes Maß an sozialem und psychologischem Bewusstsein. Er bittet die Korinther, ihre Anbetung durch die Augen eines Neuankömmlings zu sehen. Eine hemmungslose, chaotische Darstellung spiritueller Gaben kann für diejenigen, die damit nicht vertraut sind, entfremdend und beängstigend sein. Es kann sich eher wie ein exklusiver Club als wie eine einladende Familie anfühlen. Dies ist ein Aufruf zur „Anderzentrierung“ – darauf zu achten, ein sicheres und verständliches Umfeld zu schaffen, in dem die erste Begegnung einer Person mit der Kirche Frieden und Klarheit ist, nicht Verwirrung und Alarm.
1. Korinther 14,27-28
„Wenn jemand in einer Sprache spricht, sollten zwei – oder höchstens drei – einer nach dem anderen sprechen, und jemand muss interpretieren. Wenn es keinen Dolmetscher gibt, sollte der Redner in der Kirche schweigen und zu sich selbst und zu Gott sprechen.“
Reflexion: Dies bietet einen schönen und praktischen Rahmen, um spirituelle Freiheit mit gemeinschaftlichem Wohlbefinden in Einklang zu bringen. Die Ordnungsanweisung – einzeln – verhindert eine sensorische Überlastung und fördert eine friedvolle Atmosphäre. Das absolute Interpretationserfordernis stellt sicher, dass die Handlung dazu dient, aufzubauen, nicht nur zu mystifizieren. Die liebevolle Anweisung, „still zu bleiben“ und persönlich mit Gott zu sprechen, wenn es keinen Dolmetscher gibt, bestätigt die Erfahrung des Einzelnen und schützt gleichzeitig die Gemeinschaft. Es ist ein meisterhaftes Stück pastoraler Führung, das sowohl die vertikale Verbindung mit Gott als auch die horizontale Verantwortung gegenüber den Brüdern und Schwestern ehrt.
1. Korinther 14:40
„Aber alles sollte auf eine angemessene und geordnete Weise erfolgen.“
Reflexion: Dieser Vers ist das zusammenfassende Prinzip für eine gesunde, emotional reife Gemeinschaft. Bei Ordnung geht es nicht um starren Legalismus, sondern darum, ein vorhersehbares, sicheres und respektvolles Umfeld zu schaffen, in dem jeder gedeihen kann. Wenn die Anbetung „passend und geordnet“ ist, vermittelt sie Fürsorge und Rücksichtnahme. Es reduziert die Angst und ermöglicht es den Menschen, ihre Herzen für Gott zu öffnen, ohne von Chaos oder Unsicherheit abgelenkt zu werden. Es spiegelt den Charakter Gottes wider, der ein Gott des Friedens ist, nicht der Verwirrung, und dessen Geist Selbstbeherrschung bringt, nicht Unordnung.
Kategorie 4: Die Quelle und der Zweck innerhalb des Leibes Christi
Diese Verse stellen Zungen in den breiteren Kontext spiritueller Gaben und erklären, dass sie vom selben Geist stammen und für das Gemeinwohl bestimmt sind.
1. Korinther 12,4-7
„Es gibt verschiedene Arten von Gaben, aber derselbe Geist verteilt sie. Es gibt verschiedene Arten des Dienstes, aber derselbe Herr. Es gibt verschiedene Arten der Arbeit, aber in allen von ihnen und in jedem ist es der gleiche Gott bei der Arbeit. Nun ist jedem die Offenbarung des Geistes zum Gemeinwohl gegeben.“
Reflexion: Diese Passage ist ein schönes Gegenmittel gegen Vergleich und Eifersucht innerhalb einer Gemeinschaft. Es bestätigt sowohl Vielfalt als auch Einheit. Indem er den „gleichen Geist“ betont, erinnert er uns daran, dass unterschiedliche Gaben keine Anzeichen für unterschiedliche Stufen des spirituellen Status sind, sondern unterschiedliche Ausdrücke desselben liebenden Gottes. Der letztendliche Zweck – „für das Gemeinwohl“ – verlagert den Schwerpunkt von persönlichem Prestige auf gegenseitigen Dienst. Dies fördert ein Gefühl der gegenseitigen Abhängigkeit und Wertschätzung, bei dem die einzigartige Gabe jeder Person als wesentlich für die emotionale und spirituelle Gesundheit des gesamten Körpers angesehen wird.
1. Korinther 12:10
„... zu anderen Wunderkräften, zu einer anderen Prophezeiung, zu einer anderen Unterscheidung zwischen Geistern, zu einer anderen, die in verschiedenen Arten von Sprachen spricht, und zu einer anderen die Auslegung von Sprachen.“
Reflexion: Indem er Zungen unter einer Vielzahl anderer geistlicher Gaben auflistet, stellt Paulus sie in ihren richtigen Kontext. Es ist eine Farbe in einem schönen, vielfältigen Spektrum. Dies betont jede ungesunde Besessenheit mit einem einzigen Geschenk und ermutigt zu einer breiteren Wertschätzung für die vielen Arten, wie der Geist wirkt. Für das menschliche Herz, das dazu neigt, Hierarchien und „Gruppen“ zu schaffen, ist diese Liste ein wichtiges Korrektiv. Es lädt uns ein, die Gaben, die wir in anderen sehen, genauso zu feiern wie die, die wir selbst erleben können, und eine Kultur der Sicherheit, Ehre und gemeinsamen Mission zu fördern.
1. Korinther 12:11
„All dies ist das Werk ein und desselben Geistes, und er verteilt sie an jeden, so wie er es bestimmt.“
Reflexion: Dieser Vers spricht direkt zu unserem Sinn für Wert und Berufung. Die Verteilung der Gaben „wie er bestimmt“ ist ein Aufruf, der Weisheit und Güte Gottes zu vertrauen. Es befreit uns von der Angst, nach einem Geschenk zu streben, das nicht uns gehört, oder uns unzulänglich zu fühlen, weil wir keine bestimmte Erfahrung gemacht haben. Es fördert eine Haltung dankbarer Akzeptanz dafür, wie Gott uns einzigartig ausgestattet hat. Unser Wert wird nicht durch das spezifische Geschenk bestimmt, das wir haben, sondern durch den Geber, der liebevoll und zielgerichtet ausgewählt hat, wie wir am besten zu seiner Familie beitragen können.
1. Korinther 12,28-30
„Und Gott hat in die Gemeinde zuerst Apostel, zweite Propheten, dritte Lehrer, dann Wunder, dann Gaben der Heilung, der Hilfe, der Führung und verschiedener Zungen gegeben. Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Wirken alle Wunder? Haben alle Gaben der Heilung? Sprechen alle in Zungen? Dolmetschen alle?“
Reflexion: Paulus benutzt eine Reihe rhetorischer Fragen, um die Idee zu demontieren, dass jede einzelne spirituelle Erfahrung ein notwendiger Maßstab für alle Gläubigen ist. Die eindeutige Antwort auf jede Frage lautet „nein“. Dies ist zutiefst beruhigend. Es befreit die Menschen von dem Druck, sich einer bestimmten Form der Spiritualität anzupassen. Es bestätigt, dass ein gesunder Körper per Definition vielfältig ist. So wie ein Auge keine Hand sein kann, ist ein Lehrer kein Heiler. Dieses Verständnis schafft emotionale Sicherheit in einer Gemeinschaft, so dass jeder Mensch in seiner einzigartigen, gottgegebenen Identität ohne Angst vor dem Urteil gedeihen kann.
Jesaja 28:11
„Gut, dann wird Gott mit fremden Lippen und fremden Zungen zu diesem Volk sprechen,“
Reflexion: Dieser Vers, der von Paulus in 1. Korinther zitiert wird, bietet eine tiefe historische und emotionale Tiefe. Ursprünglich eine Prophezeiung des Gerichts gegen ein Volk, das nicht auf klare Anweisungen hören würde, wird es neu kontextualisiert, um die Gabe der Zungen zu erklären. Es spricht zu einer tiefen Wahrheit: Manchmal, wenn unser Geist geschlossen ist, muss Gott ungewohnte, sogar erschreckende Mittel anwenden, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen und unsere Sturheit zu durchbrechen. Es ist eine Erinnerung daran, dass Gottes Kommunikation nicht durch unsere Erwartungen eingeschränkt ist, und er wird manchmal „fremde Zungen“ verwenden, um unseren Intellekt zu demütigen und unser Herz für etwas Neues zu öffnen.
Kategorie 5: Die Überlegenheit der Liebe
Diese letzte Kategorie stellt alle spirituellen Gaben, einschließlich der Zungen, unter die ultimative Autorität der Liebe – das wahre Maß der spirituellen Reife.
1. Korinther 13:1
„Wenn ich in den Zungen von Menschen oder Engeln spreche, aber keine Liebe habe, bin ich nur ein durchschlagender Gong oder ein klingelndes Becken.“
Reflexion: Dies ist einer der ernüchterndsten und schönsten Verse in der Schrift. Sie unterwirft selbst die erhabenste spirituelle Erfahrung – mit Engelszungen sprechend – der grundlegenden moralischen Qualität der Liebe. Ohne Liebe ist ein spirituelles Geschenk nur Lärm; Es fehlt ihm die Substanz und Wärme, die ihm Bedeutung verleiht. Es kann eine leere, selbstverherrlichende Leistung sein. Dieser Vers ist eine kraftvolle Überprüfung unserer Motive. Es zwingt uns zu fragen, ob unsere spirituellen Praktiken uns geduldiger, freundlicher und sanfter machen. Wahre Spiritualität wird nicht am Charisma gemessen, sondern am Charakter.
1. Korinther 13:8
„Liebe scheitert nie. Wo aber Prophezeiungen sind, da werden sie aufhören; Wo Zungen sind, da werden sie gestillt werden; Wenn Wissen vorhanden ist, wird es vergehen.“
Reflexion: Dieser Vers bringt alle unsere spirituellen Bemühungen in eine ewige Perspektive. Geschenke wie Zungen und Prophezeiungen sind temporäre Werkzeuge für unsere aktuelle Reise. Sie sind wie Gerüste auf einem Gebäude. Liebe ist das Gebäude selbst. Es ist das Endziel, das Wesen des Charakters Gottes, das wir kultivieren sollen. Dieses Verständnis befreit uns von einer Überbindung an ein bestimmtes Geschenk oder eine bestimmte Erfahrung. Es hilft uns, sie jetzt leicht zu halten, dankbar für ihren Zweck, während wir unser Herz auf das Endgültige und Ewige richten: Lernen, Gott und andere tiefer zu lieben.
